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Website: Umfassendes Infomaterial für Download verfügbar

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Bribin: Erhöhung der Anlagensicherheit durch neuen Aufzug

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Besuch des Rektors der Sebelas Maret Universität (UNS), Indonesien

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WP4 Abwasser- / Abfallbehandlung

Das Institut für Wasser und Gewässerentwicklung, Bereich Siedlungswasserwirtschaft (IWG-SWW) übernimmt innerhalb des IWRM-Vorhabens die Entwicklung und Umsetzung angepasster Technologien zur Trennung, Aufbereitung, Nutzung und Rückführung von Abwasser- und Abfallströmen. Aufgrund der gravierenden Unterschiede zwischen dem ländlichen und dem städtischen Raum in der Modellregion erfordert dies räumlich differenzierte Lösungsansätze und Arbeitsschwerpunkte zur de- bis semizentralen Abwasser- und Abfallbehandlung.
 
 
Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung eines nachhaltigen Entsorgungskonzeptes ist die Datenerhebung für hydrologische und stoffliche Eingangsdaten, Analysen zur Bevölkerungsstruktur und deren potenziellen Entwicklung zur bisherigen Entsorgungssituation und den Möglichkeiten der Weiterentwicklung, sozialen, kulturellen und religiösen Gegebenheiten sowie zur wirtschaftlichen Situation verschiedener Bevölkerungskreise. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geographie (IfG) der Universität Gießen, Civil and Environmental Engineering Department, Gadjah Mada University, Yogyakarta, Indonesien sowie der Technik- und Umweltbehörden der Region. Aus den Daten wird ein Stoffstrommodell für die Region erstellt, in dem alle relevanten  wassergebundenen Nährstoffströme abgebildet werden. Das Modell soll bestehende Probleme visualisieren und bei der Festlegung räumlicher Arbeitsschwerpunkte helfen. 
 
Vorhandene Technologien wie Septic Tanks werden der Startpunkt für das neue Abwasser-  und Abfallkonzept sein. Dies umfasst im städtischen Raum semizentrale Behandlungsanlagen zur quartiersweisen Verarbeitung fester und flüssiger Abfälle. Weiterhin sollen bei der Behandlung des Abwassers konventioneller Wasserklosetts in öffentlichen Gebäuden und Hotelanlagen effektive Technologien eingesetzt werden. Im ländlichen Bereich ist der Einsatz von Trenntoiletten denkbar, um mit Urin als Düngemittel und beispielsweise kompostiertem Material aus Fäkalschlamm und Biomüll die Bodenqualität zu verbessern. Ziel ist es, Abwasser und organische  Abfälle soweit aufzubereiten, dass eine Kreislaufführung der Nährstoffe bei gleichzeitiger Schonung und Sicherung der knappen Wasserressourcen erreicht wird. Wesentlicher Punkt zur Festlegung der Arbeitsbereiche ist neben technischer Realisierbarkeit vor allem das Erreichen einer größtmöglichen Multiplikatorwirkung.

Dazu werden westliche Technologien angepasst und neue Verfahren unter Nutzung der lokalen Infrastruktur und Ressourcen entwickelt. Die Herstellung von kostengünstigen und lagerfähigen Düngemitteln auf Stickstoff- und Phosphor-Basis bildet hierbei einen Schwerpunkt. Im Labor und im technischen Maßstab wird die Realisierbarkeit zunächst in Deutschland und nachfolgend in Java nachgewiesen. Die Firma Hans Huber AG entwickelt dazu ein kostengünstiges, wartungsarmes und an die klimatischen und sozialen Bedingungen angepasstes Verfahren zur anaeroben Behandlung von Fäkalschlämmen und energetischen Nutzung des Faulgases zur Implementierung auf dem Krankenhausgelände des RSUD Wonosari sowie eine Co-Kompostierung für das Stadtgebiet Wonosari.
 
Die Endphase dieses Arbeitsschwerpunktes umfasst die technische Umsetzung einzelner Module der Vorzugsvarianten wie die Schaffung der baulichen und infrastrukturellen Voraussetzung für Einzelgebäude oder Stadtquartiere. Durch geeignete Materialwahl und Bautechnik sowie durch wirtschaftliche Verwertung von Faulgas sind eine Kostenminimierung sowie eine Multiplikation der erarbeiteten Konzepte angestrebt. Administrative Bedingungen und Vorgaben zum angemessenen Umgang mit der Sanitär- und Behandlungstechnologie wie beispielsweise die Entleerung der Septic Tanks müssen erarbeitet werden.  
 
Die Entwicklung und Einführung neuer Sanitärtechnologien wird begleitet durch ein Programm zur Förderung des Verständnisses der Einwohner bezüglich Wechselwirkungen zwischen Wasserversorgung, Landnutzung sowie Abwasser- und Abfallentsorgung, um die Akzeptanz der neu zu installierenden Systeme zu erhöhen. Ein geeigneter Wissenstransfer soll in Form von Postern, Präsentationen, Workshops und Anschauungsmodellen stattfinden. Die Umsetzung der Konzepte soll durch die Sicherung von Umweltressourcen die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region fördern und sichern. Im Rahmen eines Probebetriebes wird die Funktion aller Anlagenkomponenten dokumentiert und zukünftiges Betriebspersonal geschult. Zur Sicherstellung des Betriebs der Anlagen sind ein halbjähriges Monitoring und eine Betreuung des Personals durch den Antragsteller bzw. indonesische Wissenschaftspartner vorgesehen.